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© Karl-Heinz Tetzlaff

Wärmegeführte Energiewirtschaft

Wir haben heute eine stromgeführte Energiewirtschaft. Bei der Erzeugung von Strom mittels thermodynamischer Maschinen entsteht zwangsläufig Wärme. Bedingt durch die Größe dieser Maschinen, gelingt es selten, diese Niedertemperaturwärme zu nutzen. Diese Abfallwärme wird dann mittels Wärmetauscher in Flüssen oder mittels Kühltürmen in die Atmosphäre entsorgt. Strom ist in diesem System eine edle und teure Energie und primäres Ziel dieser Energiewirtschaft. Deshalb ist das Gesetz über die Förderung Erneuerbarer Energien (EEG) ein Strom-EEG.

Die grüne Wasserstoffwirtschaft mit Biomasse ist hingegen eine wärmegeführte Energiewirtschaft. Die althergebrachte Einstellung wird damit auf den Kopf gestellt. Primäres Ziel der Energiewandlung mit  Brennstoffzellen ist hier die Herstellung von Wärme. Der Strom, der hier zwangsläufig entsteht, ist immer gut verwertbar. Er kann verlustfrei in Wärme umgewandelt werden. Hier ist eine gewisse Gleichwertigkeit von Strom und Wärme gegeben. Das erfordert ein radikales Umdenken von Ingenieuren. Leicht ist das nicht.

Man spricht immer dann von einer wärmegeführten Energiewirtschaft, wenn es Strom im Überfluss gibt. Das ist bei der dezentralen Umwandlung von Wasserstoff in Strom und Wärme mittels Brennstoffzelle der Fall. Ein Heizkessel mit Stromkontakten ist nicht nennenswert teurer als ein Heizkessel ohne Stromkontakte. In einer Wasserstoffwirtschaft fällt also rund die Hälfte der Energie als Strom an. Heute beträgt der Stromanteil hingegen nur ca. 13%.

In einer wärmegeführten Energiewirtschaft gibt es keine Energieverluste. Jede Energie etwa oberhalb von 0 °C ist potentielle Nutzenergie. Es gibt daher keine “Abfallwärme”. Weil Wärme so kostbar ist wie Strom, wird sie auch genutzt werden, falls sie dezentral genug ist.

So sind die Verluste durch die Verdichtung von Wasserstoff an der Tankstelle (700 bar) in Wirklichkeit keine Verluste, denn die bei der Verdichtung aufgewendete elektrische Energie wird exakt als Wärme frei.

Auch bei der Umwandlung von Windstrom in Wasserstoff mittels Elektrolyse müssen keine Verluste entstehen, wenn man als Standort einen wärmeverbrauchenden Betrieb auswählt. Das gewünschte Temperaturniveau kann bis zu 900 °C betragen (HotElli).

In der solaren Energiewirtschaft gibt es keine thermodynamischen Maschinen zu Herstellung von Strom. Alle Energie-Umwandlungschritte sind chemisch oder elektrochemisch - wie im richtigen Leben.

Durch die stärkere Elekrifizierung  bei industriellen Prozessen wird der Nutzenergiebedarf sinken. Der Energiebedarf je Produkt wird auch sinken.

aktualisiert am 11.04.2009

Primäres Ziel der Energiewandlung mit Brennstoffzellen ist die Erzeugung von Wärme

Das Temperaturniveau ist durch den Brennstoffzellentyp vorgegeben (30-1000 °C)

Strom ist unverkäuflich, weil jeder zu viel davon hat. Stromüberfluss wird daher verlustfrei in Wärme umgewandelt.

Eine wärmegeführte Energiewirtschaft ist prinzipiell verlustfrei

Der Natur abgeschaut