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© Karl-Heinz Tetzlaff

Staudämme effizienter nutzen
Staudamm
Bio-Revolution

Staudämme lassen sich für die Produktion von Bio-Wasserstoff  mittels  Energiepflanzen viel effizienter nutzen als das bei der Stromproduktion mittels Wasserturbinen möglich ist. Staudammprojekte zur Stromerzeugung werden aber heute noch als erste Wahl gesehen, um den Energiehunger zu befriedigen. Solche Projekte werden immer aufwändiger, weil es immer schwieriger wird, geeignete Standorte zu finden. Auf dieser Seite soll gezeigt werden, dass es manchmal viel effektiver ist, das Wasser zur Bewässerung von Feldern zu nutzen statt mit Turbinen Strom zu erzeugen. Natürlich kann man manchmal beides zugleich haben, wenn geeignetes Land unterhalb der Staumauer zur Verfügung steht. Durch Produktion von Biomasse lässt sich weit mehr Energie erzeugen als mit Wasserturbinen am Staudamm.

Da die klimatischen Bedingungen und die Bodenbeschaffenheit jeweils verschieden sind, soll die obige Aussage am Beispiel des Volta-Stausees in Ghana (Elfenbeinküste) erläutert werden. Hier werden 6700 GWh/a Strom produziert. Würde man das Land am Stausee mit dem angestauten Wasser bewässern, so könnte etwa die 100-fache Menge an Strom mittels Bio-Wasserstoff und Brennstoffzellen gewonnen werden. Dieser Bio-Strom wäre auch für den Großkunden, eine Aluminiumschmelze, sehr viel billiger als der Strom von der Staumauer.

Um diese Bio-Energie zu gewinnen ist freilich kein großer Staudamm nötig. Kleine Regen-Rückhaltebecken erfüllen den gleichen Zweck. Evakuierungsaktionen, um die Täler zu überfluten, sind dann auch nicht nötig. Abreißen sollte man den Volta-Damm natürlich nicht, aber das Wasser sollte intelligenter genutzt werden. In armen Ländern geht das aber nicht von heute auf morgen.

Staudämme zur Stromproduktion mittels Wasserturbinen haben in einer Wasserstoffwelt nichts zu suchen. Gegen den grünen Strom aus Minikraftwerken sind sie außerdem nicht wettbewerbsfähig - auch hierzulande nicht.

Staudämme sind zentrale Großanlagen, die den Strom zu Großabnehmern liefern. Es lohnt sich für die 3. Welt nicht, das weite Land mit einer Strom-Infrastruktur zu erschließen. Bio-Energie hat dagegen regionale und dezentrale Strukturen. Selbst ein flächendeckendes Rohrnetz wäre um Größenordnungen billiger als ein Stromnetz. Es sind Millionen von Bauern, die diese Energie produzieren. Am Anfang einer Entwicklung muss man auch keine 500 MW Vergaser bauen, 1-5 MW sind völlig ausreichend. Geeignete Anlagen dieser Größe werden bereits in Deutschland und Indien hergestellt. Auch der Einsatz von Motor-BHKW’s wäre eine Alternative, bis die Welt mit Brennstoffzellen aus stillgelegten Brennstoffzellenautos überschwemmt wird. Bis dahin wird man auch den Umgang mit einer Gas-Infrastruktur gelernt haben. Die Energieproduktion der vielen Energiebauern in der Tiefe des Raumes  kann man auch eine Demokratisierung der Energie nennen (Jeremy Rifkin).

Für Industrieländer wie Deutschland sind Kleinvergaser nicht angebracht. Deutschland kann eine Wasserstoff-Infrastruktur mit Vergasungsanlagen industrieller Größe in einem Schritt einführen. Kleinvergaser von der Art der Festbettvergaser führen in eine technische und ökonomische Sackgasse.

aktualisiert am 24.10.2005

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