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Ein Ausweg aus der Öl-, Klima-, und Kostenfalle |
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© Karl-Heinz Tetzlaff |
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Unsere heutige Energie-Infrastruktur ist eine über Jahrhunderte gewachsene Struktur. Es ist ein Wildwuchs mit geringer Effizienz
ohne Konzept. Moderne Fragestellungen wie Nachhaltigkeit und Klimaschutz waren weitgehend unbekannt. Die solare Wasserstoffwirtschaft mit Biomasse
kehrt gewissermaßen zur Energiewirtschaft der vorindustriellen Zeit zurück. Damit wird eine Renaissance der solaren Energiewirtschaft
eingeleitet. So etwas geht allerdings nur mit hocheffizienten modernen Technologien. Der Schlüssel zum Erfolg ist die Installation einer geeigneten Infrastruktur. |
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Die Struktur einer solaren Energiewirtschaft auf Basis von Biomasse ist im Wesentlichen schon vorhanden. Es ist das Erdgasnetz, das
wieder auf Wasserstoff umgestellt werden kann. Die Leckagen von 0,1% sind beim Wasserstoff nicht größer sondern kleiner (0,04%). Das Netz ist das Bindeglied zwischen den regionalen Wasserstoff-Fabriken und
dem Verbraucher. Die Wasserstoff-Fabriken bekommen die Biomasse von den angrenzenden Feldern im Umkreis von 5-15 km. Die Nutzung des Wasserstoffs ist extrem dezentral mit Brennstoffzellen in jeder Wohnung
und jedem Fahrzeug. Anders als beim Strom, muss die Erzeugung der Sekundärenergie (Wasserstoff) nicht im gleichen Moment verbraucht werden. Das Leitungsnetz und die großen unterirdischen Kavernen
wirken als Energiespeicher. Auch die Biomasse ist gut speicherbar, trocken oder feucht als Silage.Die Begründung einer Energiewirtschaft allein auf Basis Biomasse ist manchem zu
einseitig. Sie fordern einen Energiemix. Gut, wenn die Sonne für ein Jahr oder so global ausfällt, ist das schon unangenehm, nicht nur in Bezug auf die Energie. Wer mit Einseitigkeit argumentiert, sollte
beachten, dass die Nahrungsmittel, die bei uns auf den Tisch kommen mit Öl aufgewogen werden können. Ohne Öl würden die meisten von uns verhungern. Der Ausfall der Öllieferungen ist viel wahrscheinlicher als
der Ausfall der Sonne. Die Einbeziehung anderer Energien ist aus ökonomischen Gründen schwierig. In einer Wasserstoffwelt sind weder die alten Energien noch die neuen Energien, wie Sonne (PV), Wind und
Wasser wettbewerbsfähig. Auch vom Potential her ist deren Einsatz nicht erforderlich. Biomasse haben wir in Europa genug, mehr als wir brauchen. Bei der Herstellung von Wasserstoff entsteht auch reines
CO2. Das CO2 lässt sich zu geringen Kosten in tiefen Schichten der Erde speichern. Damit werden neuartige Kohlenstofflager
zur späteren Nutzung geschaffen. Da die energetische Nutzung von Biomasse an sich schon klimaneutral ist, lässt sich durch die Speicherung ein doppelter Klimaschutz erreichen. Mit andern Worten, wir könnten die
bereits gemachten Klimaschulden ohne große Mühe zurückzahlen. Anständige Leute zahlen stets ihre Schulden zurück. Die vorherrschende Ideologie in Bezug auf Erneuerbare Energien besagt, dass
die Energiewandlung dezentral zu sein hat. Hintergrund dieser Ideologie ist die Priorität der Stromerzeugung, bei der Abfallwärme nur dezentral nutzbar ist. In einer Wasserstoffinfrastruktur ist das
ganz anders. Bei der Herstellung des neuen Sekundärenergieträgers fällt so gut wie keine Wärme an. Diese Anlagen müssen also nicht klein sein und nahe beim Verbraucher stehen. Durch Vergrößerung der Anlage
sinken die spezifischen Anlagekosten (benefits of scale). |
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Die geringsten Herstellungskosten werden erreicht, wenn man die sinkenden spezifischen kapitalabhängigen Kosten mit wachsender Anlagengröße und die
steigenden Transportkosten mit wachsender Anlagengröße gegeneinander rechnet. Das Kostenminimum liegt dann jenseits von 1000 MW. Die erste kommerzielle Vergasungsanlage in Schwedt wurde für diese Größe
geplant. Das erzeugte Synthesegas wird hier aber nicht zu Wasserstoff aufgearbeitet sondern zu BtL-Kraftstoff (Sunfuel) umgesetzt. Initiiert ist das Projekt von Shell. Die Technologie stammt von CHOREN. Bei
Wasserstoff-Fabriken muss man wegen einiger zehntel Cents je Kilowattstunde nicht gleich dem Gigantismus huldigen. Die Lokalpolitiker werden schon dafür sorgen, dass “die Kirche im Dorf” bleibt. Eine
Anlagengröße von 500 MW ist ein Kompromissvorschlag. Wenn auf der Hälfte der Felder Energiepflanzen mit Erträgen von 27 t/ha angebaut werden, ergibt sich ein Einzugsradius von 12,5 km. Im Jahre 2020 werden
die Erträge voraussichtlich bei 44 t/ha Trockenmasse liegen. Dieses Beispiel mit Energiepflanzen ist allerdings nur theoretischer Natur, denn allein das Potenzial an Abfall- und Reststoffen reicht für einen
Vollversorgung aus. |
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2 + 2 = 4 oder ? |
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Die alte Infrastruktur ist komplex, ungesund, zentralistisch und auf militärischen Druck angewiesen |
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Die neue Infrastruktur ist einfacher, dezentraler, effizienter, billiger und friedlicher |
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Das Wasserstoffnetz muss nicht neu gebaut werden. Es ist schon da |
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Energiespeicher im Netz |
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Energiespeicher auf dem Acker |
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Einseitige “Ernährung”? |
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Energie wächst nach - mehr als wir verbrauchen können |
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Anständige Leute zahlen auch ihre Klimaschulden zurück |
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Das Denken in “klein, klein” bei Erneuerbaren Energien gilt nur in einer Strom-Infrastruktur |
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Die Hälfte unserer Ackerfläche “is einfach über” |
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Da bei der Herstellung von Wasserstoff praktisch keine Wärme abfällt, kann die Wasserstoff-Fabrik in üblicher industrieller Größe
gebaut werden |
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