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Ein Ausweg aus der Öl-, Klima-, und Kostenfalle |
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© Karl-Heinz Tetzlaff |
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Mit der solaren Wasserstoffwirtschaft wechselt die Energie ihre Farbe von schwarz auf grün. Alles was grünt ist unser künftiger Energieträger. Dabei kommt es weder auf die Art der Pflanze, noch auf deren Erntezeitpunkt an.
Pflanzen müssen nicht reif werden, im Gegenteil: Geerntet wird, wenn die Pflanzen ihren größten Wachstumsschub beendet haben. Auch mehrere Schnitte pro Jahr oder
mehrere Ernten pro Jahr mit verschiedenen Pflanzen sind möglich. Es kommt nur auf die pro Jahr erzielbare Trockenmasse an. Die Anbaumethoden sind so verschieden wie die
Energiepflanzen. Die Bezeichnung Trockenmasse ist nur ein theoretischer Berechnungswert. Die Biomasse muss nicht trocken sein, weil mit dem hier vorgestellten Konzept auch Biomasse mit über 50% Wassergehalt
verarbeitet werden kann, z. B. Silage.Beim Wort Energiepflanzen nehmen viele Leute eine ablehnende Haltung ein, weil sie davon überzeugt sind, dass das zu Monokulturen
führen wird. Das genaue Gegenteil ist richtig. Was wir jetzt haben, sind Monokulturen aus Weizen, Mais, Raps und Rüben, was wir bekommen werden, ist eine große Vielfalt von Pflanzenarten
und Reifezuständen. Abgesehen davon, dass der Landwirt auf die Fruchtfolgen achten muss, gibt es ja auch unterschiedliche Bedingungen hinsichtlich Klima und Boden. |
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Energiepflanzen müssen nicht rein geerntet werden. Mischformen unterschiedlicher Arten können sogar einen positiven Effekt haben. Auch
Unkräuter sind Energiepflanzen. |
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Weil Energiepflanzen und Unkräuter vor der Ernte nicht zur Blüte kommen, erübrigt sich der exzessive Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Da
Energiepflanzen nicht auf wertvolle Inhaltsstoffe in den Früchten gezüchtet werden, sind sie schon mit geringen Mengen an Düngemitteln
zufrieden. Es wird gewissermaßen eine Rückzüchtung zu großen dicken Stängeln geben. Der Mineraldünger wird als Asche aus der Vergasungsanlage
dem Acker zurück gegeben. Hohe Erträge werden nicht mit Hölzern in Kurzumtriebsplantagen (früher hieß das Niederwald) erzielt, sondern mit grünen Pflanzen. Es gibt auch Dauerkulturen, die man jedes Jahr mit einem Hächsler ernten kann, ohne neu zu säen, z. B. Chinaschilf (Miscanthus). Möglicherweise lassen sich mit zwei Ernten pro Jahr die höchsten Erträge erzielen.
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Erstkultur |
Zweitkultur |
Weizen |
Mais |
Roggen |
Sonnenblumen |
Triticale |
Zuckerhirse |
Winterhafer |
Sudangras |
Raps |
Hanf |
Rübsen |
Senf |
Weidegras |
Phacelia |
Wintererbsen |
Ölrettich |
Inkarnatklee |
Wicken |
Winterwicke |
Erbsen |
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Typischerweise folgt auf eine C3-Pflanze, wie Weizen, im Frühsommer eine C4-Pflanze, wie Mais. C3-Pflanzen wachsen auch in der Kälte
noch gut, C4-Pflanzen benötigen viel Wärme. Mit dieser Kombination kann also ein guter Ertrag erwartet werden. Die Auswahl von Arten und Anbaumethoden steckt aber noch in den Kinderschuhen, weil
es diesbezüglich noch keinen Bedarf gab. |
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Für dieses Zweikulturnutzungssystem ist nur eine minimale Bodenbearbeitung erforderlich. Auf Pestizide kann man verzichten. Wie die untenstehende
Tabelle zeigt, ist dieses Konzept dem ökologischen Landbau in vieler Hinsicht überlegen. Mit dem Anbau von Energiepflanzen für die Herstellung von Wasserstoff kann also eine deutliche
Aufwertung unseres Ökosystems erwartet werden. Die Tabellen zu diesem Thema wurden von Prof. K. Scheffer, Universität Kassel-Witzenhausen erstellt. |
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* Diese Angaben beziehen sich auf die Herstellung von Biogas. Bei der thermischen Vergasung muss ca. 1% der Wasserstoffernte für die technische Herstellung von Stickstoff abgezweigt werden, bei
der empfehlenswerten Integration von Biogasanlagen, weniger als 0,4%. |
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Eine Alternative zu dem hier dargestellten Zweikulturennutzungssystem ist die Rückbesinnung auf alte landwirtschaftliche Traditionen. Die Älteren
unter Ihnen werden sich noch erinnen, dass nach der Getreideernte die Felder in wenigen Wochen wieder grün waren, ohne dass erneut gesät wurde. Zusammen mit dem Getreide wurde Klee oder Luzerne ausgesäht.
Nach der Getreideernte war dann genug Licht für das Wachstum des Viehfutters da.Heute wird das nicht mehr gemacht, weil die Tiere davon nicht schnell genug zunehmen und die Milch nicht so gut schmeckt. Diese
Zwischenfrüchte eigenen sich aber ausgezeichnet für Energiefutter. Bei konzequenter Anwendung dieses Zwischenfruchtsystems würde allein das Potenzial dieser landwirtschaftlichen Zusatzernten in
Verbindung mit den anfallenden Reststoffen (Stroh) allein ausreichen, alle atomaren und fossilen Energien zu ersetzen - ohne die Produktion von Lebensmitteln einzuschränken. So sei auch hier nochmals
betont, dass es in einer Wasserstoffwirtschaft keine Nutzungskonkurrenz zwischen Energie und Nahrungsmitteln gibt. |
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Frisch geerntete Biomasse ist eine verderbliche Ware. Biologische Produkte
sind nur lagerfähig, wenn sie trocken sind (<15% Wasser) oder unter Luftabschluss siliert werden. Die Herstellung von Silage
ist in der Landwirtschaft ein gängiges Verfahren. Mais-Silage in Hofnähe wird beispielsweise als Rinderfutter verwendet. Man sieht solche Mieten mit schwarzer oder weißer Plastikfolie aber auch an Feldrändern. Es gibt auch mobile Mieten. Das sind in Kunststofffolie eingewickelte Würfel von ca. 2,4 m Kantenlänge, die schnell von einem Ort zum anderen gebracht werden können. Diese Würfel werden mit speziellen Erntemaschinen in einem Arbeitsgang ausgeworfen.
Die Nutzung von feuchter Biomasse durch den Vergaser (Steam-Reformer) erhöht das Potential der Biomasse ganz gewaltig. Es ist gewissermaßen der Schlüssel zum Erfolg. Müsste man die Biomasse
für die Verbrennung vorher trocknen, wäre der wirtschaftliche Misserfolg unausweichlich. Feuchte Biomasse wird von den offiziellen Gutachtern nicht in die Potentialschätzung einbezogen, weil sie aus
wirtschaftlicher Sicht unbrennbar ist. Für die thermochemische Vergasung ist ein Wassergehalt der Biomasse von 40-50% ideal. Ein höherer Wassergehalt ginge zu Lasten der Effizienz. Daher ist es
wirtschaftlicher, sehr nasse Silage kalt auszupressen. Der Presskuchen mit ca. 50% Wassergehalt geht in die thermochemische Vergasung, der Presssaft in die biologische Vergasung. Die Biogasanlage hat mit
dem schnellverdauliches Edelfutter ungefähr einen 10-fachen Durchsatz. Die Biogasanlage arbeitet also viel wirtschaftlicher als mit Gülle oder Kofermenten. Biogasanlagen sind daher integraler
Bestandteil von thermochemischen Vergasern. Das entschwefelte Biogas kann der Vergasungsanlage zur Umwandlung in Wasserstoff zugeführt werden. |
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aktualisiert am 15.03.2010 |
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Grün, grün, grün sind alle meine Energien |
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Energiepflanzen = Monokulturen? |
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Ökologischer Landbau mit Energiepflanzen |
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Zwei Ernten pro Jahr, auch in unseren Breiten |
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Mit Energiepflanzen ist eine höhere Umweltqualität erreichbar als im ökologischen Landbau bei der Produktion von Nahrungsmitteln
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Das Zauberwort der Energiespeicherung heißt Silage. Zusammen mit dem speicherbaren Wasserstoff ist das ein “winning team”
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Silage erschließt ein hohes Potential |
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Eine Biogasanlage ist integraler Bestandteil der themochemischen Vergasungsanlage |
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