Ein Ausweg aus der Öl-, Klima-, und Kostenfalle

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© Karl-Heinz Tetzlaff

Einkommen von Energiewirten

Die Landwirte werden künftig die Rolle von Energie-Scheichs übernehmen. Der Autor ist der Meinung, dass die Landwirte als Energiewirte dann genauso viel für die Energie bekommen sollten wie diese, denn die Ölförderländer und die Ölgesellschaften werden ihre Konkurrenten sein. So wurde ein Preis für Biomasse von 73 €/t Trockenmasse angenommen, was auf den Energiegehalt berechnet einem Erdölpreis von 24 €/Barrel entspricht. Dieser Preis ist aus der Zusage der OPEC abgeleitet, den Erdölpreis zwischen 22 und 28 $/bbl zu stabilisieren. Das war vor dem 3. Golfkrieg. Inzwischen hat sich der Ölpreis zeitweilig vervierfacht. Mit 73 €/t (=1,5 Cent/kWh) kann der Landwirt gut leben. Studien in anderen Ländern nennen Marktpreise unter 40 €/t. Andererseits wäre auch ein Biomassepreis von 150 €/t gegenüber unserer heutigen Energiewirtschaft wettbewerbsfähig.

Die Abbildung zeigt die Situation der Landwirte heute und morgen. Ohne Subventionen würden die Landwirte rote Zahlen schreiben. Der ausgewiesene Gewinn setzt sich also aus den Erlösen und den Subventionen zusammen. Obwohl für Biomasse keine Subventionen eingerechnet sind, steigen die Einkommen durch die Energieproduktion deutlich. Die Landwirte könnten anfänglich ihren Gewinn verdoppeln, wenn sie das Getreidestroh verkaufen könnten. Ob die EU die Subvention der Nahrungsmittelproduktion im bisherigen Umfang beibehalten wird, ist allerdings fraglich.

Der Landwirt wird möglicherweise zwischen Nahrungsmittelproduktion und Energieproduktion frei entscheiden können. Er wird Weizen nur dann anbauen, wenn er damit einen ähnlich hohen Gewinn erzielen kann wie mit Energie. In einer grünen Wasserstoffwirtschaft Wir haben genug landwirtschaftliche Fläche für eine 100%-ige Energieversorgung aus der Landwirtschaft und für eine 100%-ige Versorgung mit Nahrungsmitteln. Wenn wir allerdings mit Biomasse versuchen sollten, die Abhängigkeit von den fossilen Energien mit den heute genutzten Technologien der alten Energiewirtschaft zu beenden, werden wir Hunger und Energiemangel zugleich haben.

Die Abbildung zeigt, dass der Landwirt mit ertragsstarken Energiepflanzen in 20 Jahren enorme Gewinne erwirtschaften kann. Es könnte aber auch, wie bei der Nahrungsmittelproduktion, dazu führen, dass der Preis für Biomasse sinkt, zumindest relativ. Statt ständig steigender Energiepreise werden wir eher mit sinkenden Energiepreisen rechnen können. Auch die Änderung der Wechselkurse ist für energieintensive Betriebe keine Gefahr. Solche Betriebe werden sich bevorzugt in Regionen ansiedeln, die mit billiger Bio-Energie versorgt werden.

Mit der Energiegewinnung aus der Region verbleibt auch die gesamte Wertschöpfung in der Region. Das ist ein volkswirtschaftlicher Gewinn. Auch die Außenpolitik muss dann nicht mehr entlang von Ölpipelines gemacht werden.

aktualisiert am 09.04.2009

Berechnungsgrundlage:

Der Landwirt erhält für seine Energie den gleichen Preis wie der Ölscheich, als Festpreis 24 €/Fass

Der Landwirt kann mit der Energieproduktion 2-10-mal mehr verdienen als heute, und das ohne Subventionen

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