Ein Ausweg aus der Öl-, Klima-, und Kostenfalle

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© Karl-Heinz Tetzlaff

EEG als Goldesel

Das EEG wurde geschaffen, um die Technologien zur Nutzung der Erneuerbaren Energien so weit zu entwickeln, dass man diese spezielle Förderung eins Tages nicht mehr braucht. Mit diesem Prinzip kann man auch die Wasserstofftechnologien entwickeln und gleichzeitig gut verdienen.

Durch die Nutzung des EEG wird der Ausbau des Stromnetzes erzwungen. Das ist auch bei der Nutzung des EEG durch Wasserstofftechnologien so - zumindest auf lokaler Ebene.

Damit wird aber genau jene Inftrastruktur gestärkt, die man hinterher nicht mehr braucht, denn in einer Wasserstoffwirtschaft besteht ein permanenter Überschuss an Strom. Damit bricht der Handel mit Strom über das nationale Netz zusammen. Man zerstört also genau die Infrastruktur, die man zur Entwicklung der Technologie nutzt. Hier unterscheidet sich die Wassersstoffwirtschaft grundsätzlich von heutigen Technologien zur Nutzung der Erneuerbaren Energien.

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Anlagenbeispiel

500 MW Wasserstofffabrik (500 MW Wasserstoff)

Investitionskosten 110 Mio. €, Kaltgaswirkungsgrad 84% (Hu)

Der Vergaser wird durch Teiloxidation mit Sauerstoff beheizt.

Brennstoffzellenheizung mit einem elektrischen Wirkungsgrad von 60% (Hu). Die Kosten werden hier nicht in Rechnung gestellt, weil eine Brennstoffzellenheizung, bzw. der Austausch des Gasbrenners gegen eine Brennstoffzelle nicht ins Gewicht fällt (50 €/kW). Zurzeit würde eine Brennstoffzelle durch das Mini-BHKW-Programm des BMU sogar komplett gefördert.

Da das Potenzial der Biomasse für einen 100%-ige Energieversorgung allein aus Abfällen und Reststoffen der Land- und Forstwirtschaft bereitgestellt werden kann, wir hier ein Preis von 50 €/t Trockenmasse angesetzt. Die Bandbreite reicht von -200 bis +150 €/t).

Das Rohrnetz wird vom Gasversorger gemietet. Für die Rohrmiete und Service werden 0,7 ct/kWh angesetzt.

Die Strom- und Wärmekosten von 21 ct/kWh bzw. 6,4 ct/kWh werden auf die voraussichliche Situation in 2013 extrapoliert (eher ist die Fabrik nicht fertig). Nach EEG ist auch eine Vergütung von mehr als 21 ct/kWh möglich. Möglicherweise wird in Kürze eine Verordnung verabschiedet bei der es für selbstgenutzten Strom einen Zuschlag von 11 ct/kWh gibt.

Wenn man nur marktwirtschaftliche Preise unterstellt (also keine staatliche Förderung beansprucht) könnte man an CO2-Zertifikaten noch zusätzlich etwa 50 Mio. €/a verdienen.

500 MW Wassertstofffabrik:

Abschreibung 10%/a  [Mio. €/a]

11,0

Reparatur 5%  [Mio. €/a]

 -5,5

Zins 5% + Versicherung 1% [Mio. €/a]

 -6,6

Personal  [Mio. €/a] u. Hilfsstoffe

 -7,6

Biomasse [Mio. €/a]

-46,0

Gasverteilung an Haushalte 0,7 ct/kWh  [Mio. €/a]

-28,0

Erlös für Strom 21 ct/kWh (eigen oder EEG) [Mio. €/a]

+420,0

Erlös für Wärme 6,4 ct/kWh  [Mio. €/a]

+128,0

Unternehmergewinn  [Mio. €/a]

+451,3

Kapitalverzinsung [%]

408%.

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Rendite von ca. 400% sollte für einen Unternehmer Anreitz genug sein, in diese Technologie zu investieren. Mit diesem Beispiel soll nicht gesagt werden, das ein Unternehmer alles einsteckt. Das hängt vom Gesellschaftvertrag ab. Dieser hohe Gewinn ist auch nur solange möglich, solange man gegen atomare und fossile Energie konkurriert. Wenn die Wasserstoffversorger untereinander konkurrieren, wird der Verbraucher den Gewinn machen. Wie dem auch sei, die Wertschöpfung bleibt (hoffentlich) im Lande.

Unter Einbeziehung des Verkehrs wäre der Gewinn noch höher. In der Übergangszeit, d. h. solange es noch ein großes Stromnetz gibt, kann man durch Bereitstellung von Regelenergie noch zusätzlich Geld verdienen. Für eine 500 MW-Wasserstoff-Fabrik wirkt das so, als wenn eine Kapazität von 1.000 MW Dieselaggregate ständig für die Stromerzeugung in Bereitschaft stünden und außerdem ein 1.000 MW Verbraucher bei Bedarf zugeschaltet werden könnte. Bild

Ein gewisser Stoperstein ist die erste 50 MW Pilot-Anlage, die nach Meinung der beteiligten Ingenieure eine Optimierungsphase von 2 Jahren erfordert und mit etwa 50 Mio. € doppelt so viel kosten wird als spätere Anlagen. Aber auch diese Kleinanlage würde nach Abschluss der Erprobungszeit Geld verdienen. Das Risiko bei der Pilot-Anlage liegt darin, ob diese nach 3 Monaten oder 3 Jahren zufriedenstellend läuft.

Für die ersten Wasserstoff-Fabriken ist die Einspeisung von Wasserstoff in ein großes Erdgasnetz unternehmerisch einfacher. Der Wasserstoff wird dann, wie aufbereitetes Biogas, als “grünes Erdgas” vermarktet. So kann man ferne Erdgas-BHKW’s bilanztechnisch mit Wasserstoff betreiben, auch wenn diese keinen Wasserstoff “sehen”. Das BHKW kann dann die Abrechnung vom mageren KWK-Bonus auf die üppigen EEG-Vergütung umstellen. Die Gasversorger bzw. der Contractor, ist durchaus bereit, den Wasserstoff für 8 ct/kWh abzunehmen. Die Erlöse sind dann mit 320 Mio. €/a nicht ganz so hoch wie in obiger Tabelle. Eine Kapitalverzinsung von ca. 200% ist aber immer noch gut genug.

Gesellschaftspolitisch, wäre es wünschenswert, keine Vergütung nach EEG zu beanspruchen. Es wäre pervers vom Energieversorger einen Ausbau des Stromnetzes zu verlangen und hinterher zu sagen, das man das Stromnetz nicht mehr braucht.

Anmerkungen für die Automobilindustrie: In jeder Regionen mit einer Wasserstoff-Fabrik kann auch eine Wasserstofftankstelle gebaut werden. Man braucht also nicht auf die Lösung des Henne-und-Ei-Problems zu warten. Mit der Ausbreitung und Vermehrung dieser Wasserstoff-Regionen gibt es immer mehr Wasserstofftankstellen. Das Henne-und-Ei-Problem der Automobilindustrie wird quasi nebenbei gelöst. Für die Automobilindustrie ist das eine gute Botschaft. Die Frage wo denn der viele Wasserstoff für die vielen Brennstoffzellenfahrzeige nachhaltig herkommen soll ist hiermit gelöst.Wegen des hohen Stromüberschusses bei fast jedem Verbraucher, werden auch Batteriefahrzeuge ihren Markt bekommen.

Anmerkungen für Lokalpolitiker: Mit der ersten Wasserstoff-Fabrik entsteht zugleich eine High-Tec-Region, ein Hydrogen-Valley, ähnlich dem Silicon-Valley in Kalifornien, besiedelt von Systemlieferanten der Wasserstofftechnologien. Die Wertschöpfung bleibt in der Region.

Anmerkungen für Politiker: Die Politik entlang der Ölpipelines, die gerade angefangen hat, kann ziemlich schnell irrelevant werden. Auch jetzt mächtige Staaten könnten damit für uns irrelevant werden, weil ihnen das Erpressungspotenzial abhanden kommt.

Die Energiefrage: Klimaschutz und eine Strategie “weg vom Öl” verursachen Extrakosten. Das ist die Grundlage der nationalen und internationalen Verhandlungen. Mit der echten Wasserstoffwirtschaft gilt das alles nicht mehr. Umwelt- und Klimaschutz ist dann schon inklusive - ohne zusätzliche Kosten.

aktualisiert am 5.12.2010

Die Anwendung des EEG bei der Nutzung der Wasserstofftechnologien ist nicht gerade die feine “englische Art”, weil man letzlich zerstört was man vorübergehend nutzt.

Volkswirtschaftlich ist das ein Desaster, doch die Politiker wollen es so.

Keine Sorge, die Fakten wurden von Experten überprüft. Das Risiko ist also weitaus geringer als beim Investmentbanking

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