Ein Ausweg aus der Öl-, Klima-, und Kostenfalle

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© Karl-Heinz Tetzlaff

EEG als Goldesel

Das EEG wurde geschaffen, um die Technologien zur Nutzung der Erneuerbaren Energien so weit zu entwickeln, dass man diese spezielle Förderung eins Tages nicht mehr braucht. Mit diesem Prinzip kann man auch die Wasserstofftechnologien entwickeln und gleichzeitig gut verdienen.

Durch die Nutzung des EEG wird der Ausbau des Stromnetzes erzwungen. Das ist auch bei der Nutzung des EEG durch Wasserstofftechnologien so - zumindest auf lokaler Ebene.

Damit wird aber genau jene Inftrastruktur gestärkt, die man hinterher nicht mehr braucht, denn in einer Wasserstoffwirtschaft besteht ein permanenter Überschuss an Strom. Damit bricht der Handel mit Strom über das nationale Netz zusammen. Man zerstört also genau die Infrastruktur, die man zur Entwicklung der Technologie nutzt. Hier unterscheidet sich die Wassersstoffwirtschaft grundsätzlich von heutigen Technologien zur Nutzung der Erneuerbaren Energien.

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Anlagenbeispiel

500 MW Wasserstofffabrik (500 MW Wasserstoff)

Investitionskosten 80 Mio. €, Kaltgaswirkungsgrad 93% (Hu)

Der Vergaser wird mit Strom beheizt, der von den Kunden bezogen wird. Die Kunden bekommen die gleiche Energiemenge in Form von Wasserstoff zurück. Weder der Wasserstofffabrik noch den Kunden entsten dadurch finanzielle Belastungen (Darin liegt der Charm der endothermen Vergasung).

Brennstoffzellenheizung mit einem elektrischen Wirkungsgrad von 60%.Die Kosten werden hier nicht in Rechnung gestellt, weil eine Brennstoffzellenheizung, bzw. der Austausch des Gasbrenners gegen eine Brennstoffzelle nicht ins Gewicht fällt (50 €/kW). Zurzeit würde eine Brennstoffzelle durch das Mini-BHKW-Programm des BMU sogar komplett gefördert.

Da das Potenzial der Biomasse für einen 100%-ige Energieversorgung allein aus Abfällen und Reststoffen der Land- und Forstwirtschaft bereitgestellt werden kann, wir hier ein Preis von 50 €/t Trockenmasse angesetzt. Die Bandbreite reicht von -200 bis +100 €/t).

Das Rohrnetz wird vom Gasversorger gemietet. Für die Rohrmiete und Service werden 0,7 ct/kWh angesetzt.

Die Strom- und Wärmekosten von 21 ct/kWh bzw. 6,4 ct/kWh werden auf die voraussichliche Situation in 2013 extrapoliert (eher ist die Fabrik nicht fertig). Nach EEG ist auch eine Vergütung von mehr als 21 ct/kWh möglich. Möglicherweise wird in Kürze eine Verordnung verabschiedet bei der es für selbstgenutzten Strom einen Zuschlag von 11 ct/kWh gibt.

Wenn man nur marktwirtschaftliche Preise unterstellt (also keine staatliche Förderung beansprucht) könnte man an CO2-Zertifikaten noch zusätzlich etwa 50 Mio. €/a verdienen.

500 MW Wassertstofffabrik:

Abschreibung 10%/a  [Mio. €/a]

 -8

Reparatur 5%  [Mio. €/a]

 -4

Zins 5% + Versicherung 1% [Mio. €/a]

 -4,8

Personal  [Mio. €/a]

 -1,2

Biomasse [Mio. €/a]

-38,4

Gasverteilung an Haushalte 0,7 ct/kWh  [Mio. €/a]

-34,1

Erlös für Strom 21 ct/kWh (eigen oder EEG) [Mio. €/a]

+425

Erlös für Wärme 6,4 ct/kWh  [Mio. €/a]

+153

Unternehmergewinn  [Mio. €/a]

+487,5

Kapitalverzinsung [%]

614%.

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Redite von über 600% sollte für einen Unternehmer Anreits genug sein, in diese Technologie zu investieren. Mit diesem Beispiel soll nicht gesagt werden, das ein Unternehmer alles einsteckt. Das hängt vom Gesellschaftvertrag ab. Dieser hohe Gewinn ist auch nur solange möglich, solange man gegen atomare und fossile Energie konkurriert. Wenn die Wasserstoffversorger untereinander konkurrieren, wird der Verbracher den Gewinn machen. Wie dem auch sei, die Wertschöpfung bleibt (hoffentlich) im Lande.

Ein gewisser Stoperstein ist die erste 50 MW Pilot-Anlage, die nach Meinung der beteiligten Ingenieure eine Optimierungsphase von 2 Jahren erfordert und mit 40-50 Mio. € doppelt so viel kosten wird als spätere Anlagen. Aber auch diese Kleinanlage würde nach Abschluss der Erprobungszeit Geld verdienen. Das Risiko bei der Pilot-Anlage liegt darin, ob diese nach 3 Monaten oder 3 Jahren zufriedenstellend läuft.

Gesellschaftspolitisch, wäre es wünschenswert, keine Vergütung nach EEG zu beanspruchen. Es wäre pervers vom Energieversorger einen Ausbau des Stromnetzes zu verlangen und hinterher zu sagen, das man das Stromnetz nicht mehr braucht. Sprechn Sie doch mal mit Ihrem Energieversorger, ob er Ihnen statt Netzausbau den Zugang zum Erdgasnetz gewährt.

Anmerkungen für die Automobilindustrie: An jeder Regionen mit einer Wasserstoff-Fabrik kann auch eine Wasserstofftankstelle gebaut werden. Man braucht also nicht auf die Lösung des Henne-und-Ei-Problems zu warten. Mit der Ausbreitung und Vermehrung dieser Wasserstoff-Regionen gibt es immer mehr Wasserstofftankstellen. Das Henne-und-Ei-Problem der Automobilindustrie wird quasi nebenbei gelöst. Für die Automobilindustrie ist das eine gute Botschaft. Die Frage wo denn der viele Wasserstoff für die vielen Brennstoffzellenfahrzeige nachhaltig herkommen soll ist hiermit gelöst.Wegen des hohen Stromüberschusses bei fast jedem Verbraucher, werden auch Batteriefahrzeuge ihren Markt bekommen.

Anmerkungen für Lokalpolitiker: Mit der ersten Wasserstoff-Fabrik entsteht zugleich eine High-Tec-Region, ein Hydrogen-Valley, ähnlich dem Silicon-Valley in Kalifornien, besiedelt von Systemlieferanten der Wasserstofftechnologien. Die Wertschöpfung bleibt in der Region.

Anmerkungen für Politiker: Die Politik entlang der Ölpipelines, die gerade angefangen hat, kann ziemlich schnell irrelevant werden. Auch jetzt mächtige Staaten könnten damit für uns irrelevant werden, weil ihnen das Erpressungspotenzial abhanden kommt.

Die Energiefrage: Klimaschutz und eine Strategie “weg vom Öl” verursachen Extrakosten. Das ist die Grundlage der nationalen und internationalen Verhandlungen. Mit der echten Wasserstoffwirtschaft gilt das alles nicht mehr. Die Einführung einer grünen Wasserstoffwirtschaft ist vielmehr ein Weg zu geringeren Energielosten und mehr Prosperität.

aktualisiert am 18.03.2010

Die Anwendung des EEG bei der Nutzung der Wasserstofftechnologien ist nicht gerade die feine “englische Art”, weil man letzlich zerstört was man vorübergehend nutzt.

Volkswirtschaftlich ist das ein Desaster, doch die Politiker wollen es so.

Keine Sorge, die Fakten wurden von Experten überprüft. Das Risiko ist also weitaus geringer als beim Investmentbanking

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