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Ein Ausweg aus der Öl-, Klima-, und Kostenfalle |
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© Karl-Heinz Tetzlaff |
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Wasserstoff lässt sich wie jedes andere brennbare Gas nutzen. Man kann es zur Wärmeerzeugung einfach verbrennen oder mittels thermodynamischer
Maschinen (Kolbenmotoren, Turbinen) in mechanische Energie umwandeln. Generatoren machen daraus elektrische Energie. Der Königsweg der Energiewandlung ist der Weg über eine Brennstoffzelle
. Brennstoffzellen sind elektrochemische Energiewandler
- wie Batterien. Bei der Batterie ist die Energie im Batteriegehäuse gespeichert. Bei der Brennstoffzelle muss die Energie dagegen von außen zugeführt werden (Leitung oder Tank). Eine Brennstoffzelle braucht man also nicht aufzuladen. Sie ist ein Dauerläufer.
Die Brennstoffzelle ist ein außerordentlich sauberer Energiewandler. Er produziert Strom, Wärme, Wasser - und sonst nichts. |
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Drei Bauteile bestimmen den Aufbau einer Zelle: Anode, Kathode und Elektrolyt. Sie müssen sich diese Bauteile als dünne Folien
vorstellen. Die Elektrode kann man sich wie eine Art Löschpapier vorstellen, das direkt auf eine elektrisch leitende (ionenleitende) Folie aufgepresst ist. In der Praxis werden diese
Membran-Folien-Einheiten von einschlägigen Firmen als MEA verkauft. Die Folien-Brennstoffzellen bezeichnet man als Membran-Brennstoffzellen. Gebräuchlich ist die englische Abkürzung PEMFC. |
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Anders als bei der schlichten Verbrennung von Wasserstoff, erfolgt die chemische Umsetzung zu Wasser an zwei getrennten Orten, den
Elektroden. Dabei werden die Elektronen des Wasserstoffs vom Kern, dem Proton getrennt. Das Proton wandert als Ion durch die Membran und die Elektronen fließen über einen Draht. Nach getaner Arbeit können
sich Proton und Elektron dem süßen Leben (der Vereinigung) hingeben. Im Idealfall kann die gesamte chemische Energie des Wasserstoffs in elektrische Energie umgewandelt werden. Eine Einzelzelle liefert nur
eine Spannung von 0,6-0,9 Volt. Das ist für technische Anwendungen zu wenig. Deshalb schaltet man, wie bei Batterien, eine Vielzahl von Zellen hintereinander. Die Spannungen addieren sich dann. Eine solche
Anordnung nennt man Modul oder Stack - oder etwas weniger präzise: Brennstoffzelle. |
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Bei dieser sogenannten bipolaren Anordnung von Einzelzellen muss zwischen jede Zelle eine sogenannte bipolare Platte eingefügt werden.
Diese Platte muss man sich wie eine Platte mit Rillen vorstellen. Durch die Rillen dieser Platte werden die Gase zugeführt. |
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Die untere Abbildung zeigt eine Explosionszeichnung diese Anordnung. |
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Diese Abbildung zeigt die Elemente einer Einzelzelle. Die oberste Lage ist die bipolare Platte mit den Rillen zur Gasverteilung. Die
nächste Lage, das einheitliche Grau, ist eine Elektrode. Darunter, mit dem durchscheinenden welligen Rand, ist die Membran zu erkennen. Elektroden und Membran sind zu einer Einheit verpresst
(MEA), die nur ca. 0,3 mm dick ist. Dann folgt wieder eine Bipolarplatte. Die Durchbrüche dienen der Gasverteilung über die Endplatten, wie das im nächsten Bild gut zu erkennen ist. |
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Die Abbildungen machen deutlich, dass die Brennstoffzelle für eine Massenproduktion wie geschaffen ist. |
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Quelle: Fh Ulm |
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Auf dem obigen Bild kann man den Stack aus Einzelzellen gut erkennen, auch die beiden Klemmen, die den Strom abführen. Wasserstoff und Sauerstoff
werden über die Endplatten zugeführt. das untere Bild zeigt eine kommerzielle 80 kW Brennstoffzelle vom Typ Mark 9002 von der Firma Ballard. Dieser Typ lässt sich von 10-300 kW skalieren. Eine
Brennstoffzelle ist eine Black-Box mit Gasanschlüssen und Elektrokontakten ohne bewegte Teile. |
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Ein 30 cm hohes 85 kW Brennstoffzellensystem von Ballard zum Einbau in einen Pkw (für die A-Klasse von Daimler) |
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Voraussichtlich wird die Membran-Brennstoffzelle 70-90% des Marktes abdecken. Sie eignet sich sowohl für Fahrzeugantriebe als auch zur
stationären Erzeugung von Strom und Prozesswärme bis 200 °C. Wegen der geringen Kosten wird ein Brennstoffzellen-Stack auch als Ersatz für den Brenner bei Heizkesseln eingesetzt werden. |
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Die Herstellkosten folgen, wie bei allen Massenfertigungen einer Lernkurve. Für 2015 werden Kosten für ein Brennstoffzellensystem von 30
US$ je installiertes kW (el) angegegeben. Die obige Grafik zeigt den Fortschritt der Technologie. Bemerkenswert ist, dass nur die Hälfte der Kosten auf den Stack entfällt. |
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Die Herstellkosten hängen natürlich auch von der Anzahl der pro Jahr gefertigten Einheiten ab. Beim Technologiestand von 2010 kostet ein
Brennstoffzellensystem bei einer Fertigung von 500.000 Eiheiten/a ca. 20 €/kW und in einer Kleinserie etwa das Zehnfache.Schon beim dargestellten Technologiestand von heute ist es unerheblich, ob eine
Brennstoffzellenheizung von 5 kW (el) = 10 kW (th) nun 100 € oder 1000 € kostet. Das ist auf jeden Fall billig genug. Ein Preis von 100 € für eine 5 kW Anlage ist auch im Vergleich zu den im
CALUX-Programm der Bundesregierung geförderten Reformer-Brennstoffzellenheizungen ein Schnäpchen, denn diese sollen nach Angaben der Industrie als Serienprodukt ca. 20.000 € kosten, bei (nur) 1 kW
elektrischer Leistung. Im Gegensatz zu Brennstoffzellen am Wasserstoffnetz, sind
Brennstoffzellen am Erdgasnetz stets auf das Stromnetz angewiesen. |
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In einer Wasserstoffwelt werden auf allen Gebieten der Energiewandlung Brennstoffzellen eingesetzt werden, auch für die Wärmeerzeugung.
Das führt zu einem Stromanteil von ca. 50%. Da der Stromanteil heute bei ca. 13% liegt, wird in einer Wasserstoffwelt ein permanenter Stromüberschuss
bestehen. Der überschüssige Strom kann aber als eine Art Edelwärme verstanden werden, weil die Umwandlung von Strom zu Wärme nahezu verlustfrei erfolgt, bei jedem Temperaturniveau. Die Ingenieure sprechen in diesem Fall von einer
wärmegeführten Energiewirtschaft. In einer Wasserstoffwelt ist die Wärme also genauso kostbar wie Strom. Eine wärmegeführte Energiewirtschaft ist daher prizipiell verlustfrei.Das primäre
Ziel beim Einsatz von Brennstoffzellen ist daher die Produktion von Wärme. Deshalb werden die Einsatzfelder von Brennstoffzellen nach dem erwünschten Temperaturniveau ausgewählt.
- Bis 80 °C: Membran- und alkalische Brennstoffzellen
- Bis 200 °C: Membranzellen mit neuen Hochtemperatur-Membranen
- Bis 1000 °C: Festelektrolyt-Brennstoffzellen (SOFC)
Neben diesen Brennstoffzellenarten gibt es noch andere, die aber wohl nur Nischenmärkte besetzen werden, z. B. Methenol-Brennstoffzellen (DMFC) in portablen Geräten als Batterie-Ersatz. |
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aktualisiert am 04.01.2012 |
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Brennstoffzellen sind umweltfreundliche dezentrale Energiewandler. |
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Brennstoffzellen können sofort auf jede Leistungsanforderung reagieren. Der Anschluss an ein Stromnetz ist also nicht notwendig.
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Der Aufbau einer Brennstoffzelle ähnelt einer Batterie. |
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Brennstoffzellen sind wie geschaffen für eine Massenproduktion. |
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Quelle:DOE Fuel Cell
Market Report 2011 |
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Brennstoffzellen sind - entgegen landläufiger Meinung - in erster Linie dazu da, Wärme zu erzeugen.Da in jedem Haus und jeder Fabrik
dabei mehr Strom erzeugt wird als genutzt werden kann, muss der größte Teil des Stromes (verlustfrei) in Wärme umgewandelt werden. |
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