Eine grüne Wasserstoffwirtschaft
ist ökonomisch nur dann sinnvoll, wenn das verfügbare Biomasse-Potential zusammen mit anderen Erneuerbaren Energien für eine größere Region annähernd 100% beträgt oder in absehbarer Zeit dieses Potential erreichen kann.
Ein bisschen Wasserstoffwirtschaft innerhalb der bestehenden Infrastruktur ist unsinnig.Zwar ist eine grüne Wasserstoffwirtschaft auch möglich, wenn man diese auf einige Städte oder Lankreise
beschränkt. Die Versorgung von Brennstoffzellenfahrzeugen bliebe dann lückenhaft. Vor diesem Hintergrung ist die Einführung einer nachaltigen Wasserstoff für den ganzen europäischen Raum besser. Ein weiterer
Aspekt, der für eine europäische Betrachtung spricht, ist die gemeinsame Agrarpolitik der Europäer. Dem würde eine gemeinsame Energiepolitik entsprechen, weil ja die gleichen Agrarflächen verwaltet werden
müssen.
Bis 1979 bestand die gemeinsame Agrarpolitik in der Verwaltung des Mangels an Nahrungsmitteln. Heute besteht die gemeinsame Argrapolitik in der Verwaltung der Überschüsse. Mit den Agrarexport zu
Dumpingpreisen haben wir die kleinbäuerlichen Strukturen in der 3. Welt nachhaltig zerstört. Die westliche Welt wendet für diesen Agrarkrieg täglich 1 Mrd. € auf (H. Köhler, Bundespräsident). Das ist
verheerend, weil sich die armen Länder mit einer ähnlichen Subventionierung der Landwirtschaft nicht wehren können. Viel besser ist es daher, die überschüssigen landwirtschaftlichen Flächen zu Produktion von
Energie zu verwenden und den Landwirten damit ein angemessenes Einkommen zu sichern.
Wenn Europa diese Entsorung der Überschüsse unterlassen würde, ständen nach Untersuchungen des Instituts für Energie
Leipzig ca. 90 Mio. ha für die Produktion von Energie zur Verfügung. Es handelt sich dabei um hochwertige Böden auf denen Weizen wächst. Dadurch kann ein Mehrfaches der Energie gewonnen werden, die zum
Ersatz aller atomaren und fossilen Energie nötig wäre.
Wir sollten daher die Naturschutzgruppen im Lande ermuntern, mit ihren Bemühungen um Naturparks nicht nachzulassen. Falls ein Bedarf
vorhanden ist, kann auch der weniger produktive Öko-Landbau ausgeweitet werden.
Im Jahre 2030 ist es sogar so, dass eine 100%-ige Energieversorgung allein aus Abfall- und Reststoffen der Land- und
Forstwirtschaft bereitgestellt werden könnte.
Wenn wir uns rückbesinnen auf den Zwischenfruchtanbau früherer Jahre (bis etwa 1970), dann könnte die Landwirtschaft sogar allein so viel Energie produzieren,
dass wir weder Atomkraftwerke noch Kohle, Öl und Erdgas brauchen. Die Produktion von Lebensmitteln wird in diesen Konzepten überhaut nicht berührt.
Wir können also alles gleichzeitig haben: eine
Überschuss von Nahrungsmitteln und gleichzeitig einen Überschuss an Energie. Eine Konkurrenzsituation von Nahrung und Energie wird es in einer Wasserstoffwirtschaft nicht geben. Das ist ganz anders
als in der real existierenden Energiewirtschaft von heute, in der Biomasse allenfalls einen Beitrag von etwa 20% leisten kann.
Glücklicherweise können wir die Welt nicht mit billigem Bio-Wasserstoff
überschwemmen, da die Transportkosten nach Übersee doch erheblich sind. Ein Export von Bio-Wasserstoff ist auch nicht nötig, denn die meisten Länder der Welt werden auch zu viel Bio-Wasserstoff haben.