Ein Ausweg aus der Öl-, Klima-, und Kostenfalle

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© Karl-Heinz Tetzlaff

Potenzial der Biomasse

Eine grüne Wasserstoffwirtschaft ist ökonomisch nur dann sinnvoll, wenn das verfügbare Biomasse-Potential zusammen mit anderen Erneuerbaren Energien für eine größere Region annähernd 100% beträgt oder in absehbarer Zeit dieses Potential erreichen kann. Ein bisschen Wasserstoff innerhalb der bestehenden Infrastruktur ist unsinnig.

Zwar ist eine grüne Wasserstoffwirtschaft auch möglich, wenn man diese auf einige Städte oder Lankreise beschränkt. Die Versorgung von Brennstoffzellenfahrzeugen bliebe dann lückenhaft. Vor diesem Hintergrung ist die Einführung einer nachaltigen Wasserstoff für den ganzen europäischen Raum besser. Ein weiterer Aspekt, der für eine europäische Betrachtung spricht, ist die gemeinsame Agrarpolitik der Europäer. Dem würde eine gemeinsame Energiepolitik entsprechen, weil ja die gleichen Agrarflächen verwaltet werden müssen.

Bis 1979 bestand die gemeinsame Agrarpolitik in der Verwaltung des Mangels an Nahrungsmitteln. Heute besteht die gemeinsame Argrapolitik in der Verwaltung der Überschüsse. Mit den Agrarexport zu Dumpingpreisen haben wir die kleinbäuerlichen Strukturen in der 3. Welt nachhaltig zerstört. Die westliche Welt wendet für diesen Agrarkrieg täglich 1 Mrd. € auf (H. Köhler, Bundespräsident a. D.). Das ist verheerend, weil sich die armen Länder mit einer ähnlichen Subventionierung der Landwirtschaft nicht wehren können. Viel besser ist es daher, die überschüssigen landwirtschaftlichen Flächen zu Produktion von Energie zu verwenden und den Landwirten damit ein angemessenes Einkommen zu sichern.

Wenn Europa diese Entsorung der Überschüsse unterlassen würde, ständen nach Untersuchungen des Instituts für Energie Leipzig im Jahre 2030 ca. 90 Mio. ha für die Produktion von Energie zur Verfügung. mit der in 2030 möglichen Ernteerträgen könnte man dann ca. 90.000 PJ Biomasseenergie erzeugen. Auf Deutschland entfallen dabei rechnerisch 16.000 PJ. Bei einem Anteil von 70% Bio-Wasserstoff an der Energiewirtschaft benötigt Deutschland ca. 2.500 PJ, um alle atomaren und fossilen Energien zu ersetzen. Wir haben also mehr als genug Energieressourcen. Die Infrastruktur zur Verteilung dieser Energie ist bereits vorhanden: das Erdgasnetz.

Wir sollten daher die Naturschutzgruppen im Lande ermuntern, mit ihren Bemühungen um Naturparks nicht nachzulassen. Falls ein Bedarf vorhanden ist, kann auch der weniger produktive Öko-Landbau ausgeweitet werden.

Im Jahre 2030 ist es sogar so, dass eine 100%-ige Energieversorgung allein aus Abfall- und Reststoffen der Land- und Forstwirtschaft bereitgestellt werden könnte.

Wenn wir uns rückbesinnen auf den Zwischenfruchtanbau früherer Jahre (bis etwa 1970), dann könnte die Landwirtschaft sogar allein so viel Energie produzieren, dass wir weder Atomkraftwerke noch Kohle, Öl und Erdgas brauchen. Die Produktion von Lebensmitteln wird in diesen Konzepten überhaut nicht berührt.

Wir können also alles gleichzeitig haben: einen Überschuss von Nahrungsmitteln und gleichzeitig einen Überschuss an Energie. Eine Konkurrenzsituation von Nahrung und Energie wird es in einer Wasserstoffwirtschaft nicht geben. Das ist ganz anders als in der real existierenden Energiewirtschaft von heute, in der Biomasse allenfalls einen Beitrag von etwa 20% leisten kann.

Ein Überschuss an Biomasse ist deshalb wichtig, weil sonst die Preise für Nahrungsmittel und Bio-Energie mit dem Ölpreis steigen werden.

Glücklicherweise können wir die Welt nicht mit billigem Bio-Wasserstoff überschwemmen, da die Transportkosten nach Übersee doch erheblich sind. Ein Export von Bio-Wasserstoff ist auch nicht nötig, denn die meisten Länder der Welt werden auch zu viel Bio-Wasserstoff haben.

Eine vergleichende Betrachtung von Effizienz und Potenzial finden Sie hier.

aktualisiert am 05.08.2011

Die Installation einer solaren Wasserstoffwirtschaft mit Biomasse erfordert eine politische Grundsatzentscheidung

Die EU-Politik hat sich von einer Verwaltung des Mangels zu einer Verwaltung des Überflusses verändert. Mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Fläche wird in Zukunft nicht mehr für die Produktion von Nahrungsmitteln benötigt.

Das grüne Energiepotential ist deutlich größer als der Bedarf. Das gilt für jedes europäische Land.