In den dargestellten Potentialen sind auch Effekte durch künstliche Bewässerung und Produktion von SCP
eingerechnet, für 2030 jeweils mit einem Beitrag von 20%. Technisch und ökonomisch wäre ein weitaus höherer Anteil sinnvoll. Was die Bevölkerung letztlich akzeptiert, ist aber schwer abzuschätzen. Weitere Informationen zum Thema SCP finden Sie unter “Kleinst Tierzucht” im Untermenue.
Weil damit zu rechnen ist, dass die gemeinsame Agrarpolitik (GAP) in der EU auch für den Bereich Energie gelten wird, gilt diese Potentialabschätzung prinzipiell für jedes EU-Land.
Die Verteilung von Wasserstoff-Überschüssen ist überdies viel leichter als die Verteilung von Nahrungsmitteln. Die transnationalen Rohrleitungen, die heutigen Erdgasleitungen, sind vorhanden. Die potentielle
Transportkapazität ist größer als erforderlich, weil die Produktion und der Verbrauch von Bio-Wasserstoff eine überwiegend regionale Angelegenheit ist.
Unter sonstiger Biomasse in der obigen Abbildung sind
landwirtschaftliche Abfälle, Holz und Müll zu verstehen. Grob gesagt sind das diejenigen Potentiale, die Experten aus der alten (Strom-)Energiewelt als Gesamtpotential von Biomasse nennen.
Wie zu erkennen ist, reicht das Potential von Biomasse für eine 100%-ige Energiewirtschaft auf Basis von Energiepflanzen
aus, selbst wenn die Energiewirtschaft über Nacht auf Biomasse umgestellt würde. Längerfristig sehen wir uns mit einem deutlichen Energie- Überschussproblem konfrontiert. Daher sollten wir die
Naturschutzgruppen im Lande ermuntern, mit ihren Bemühungen um Naturparks nicht nachzulassen. Falls ein Bedarf vorhanden ist, kann auch der weniger produktive Öko-Landbau ausgeweitet werden. An
dieser Stelle ist anzumerken, dass mit dem Anbau von Energiepflanzen eine höhere Umweltqualität erreicht werden kann als mit Öko-Landbau.
Glücklicherweise können wir die Welt nicht mit billigem
Bio-Wasserstoff überschwemmen, da die Transportkosten nach Übersee doch erheblich sind. Ein Export von Bio-Wasserstoff ist auch nicht nötig, denn die meisten Länder werden auch zu viel Bio-Wasserstoff
haben.
Von interessierter Seite wird immer wieder ein Nutzungskonflickt
zwischen der Nahrungsmittelproduktion und Energieproduktion mit Energiepflanzen konstruiert. Das trifft für Europa nicht zu.
Wenn die Preise von Milch- und Fleischprodukten plötzlich ansteigen, ist das
eine Folge unseres jahrelangen Agrardumpings. Erst zerstören wir die Landwirtschaft durch billige Agrarexporte und nun, wenn die Schwellenländer (China. Indien) durch industrielle Produktion von
Gebrauchsgegenständen zu Geld gekommen sind und damit hochwertige Nahrungsmittel einkaufen, schreien wir auf. Wir würden an ihrer Stelle doch genau so handeln, denn so billig können die Schwellenländer die
Nahrungsmittel gar nicht produzieren wie wir sie, bedingt durch hohe Subventionen, abgeben können. Dass ärgerliche an der ganzen Sache ist, dass der Handel den Gewinn einsteckt, der durch unsere
steuerfinanzierten Zahlungen an die Landwirtschaft entstanden ist.
All dies ändert nichts an der Tatsache, dass wir infolge stetig steigender Erträge bei Nahrungsmitteln immer mehr Ackerfläche für
Energiepflanzen zur Verfügung haben werden, auf denen die Energierträge/ha stetig steigen werden. Daran ändern Spekulationsgeschäfte gar nichts.